Über mich

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Geboren bin ich in München, doch aufgewachsen bin ich im wunderschönen Allgäu. Zusammen mit meinem Zwillingsbruder und 7 jüngeren Geschwistern habe ich als Kind und Jugendliche das Leben auf dem Land sehr genossen. Da wir als Kinder viele Wege mit dem Rad genommen haben, war Bewegung schon immer ein Teil von uns. So war es dann eher zufällig, dass ich zum Mountainbikesport gefunden habe. Als sich mein Zwillingsbruder, mit dem ich immer alles gemeinsam gemacht habe, im Alter von 12 Jahren ein Mountainbike gekauft hat, musste ich mir natürlich auch eins kaufen- von meinem selber ersparten Geld, dass ich beim Holzstapeln verdient habe :-).

Wir hatten viel Spaß dabei mit unseren Bikes Touren im Gelände zu unternehmen und daheim im Garten beim Befahren von Holzpaletten etc. und auf der BMX-Bahn in meinem Schulort Isny erste fahrtechnische Fertigkeiten zu erwerben.

Doch irgendwann packte uns der Ehrgeiz, unsere sportlichen Fähigkeiten einmal bei einem Mountainbikerennen unter Beweis zu stellen. Die ersten Hobbyrennen verliefen sehr erfolgreich, sodass wir uns im Jahr darauf (1999) im Alter von 16 Jahren Rennlizenzen in der Radunion Wangen lösten.

Bei meiner ersten Deutschen Meisterschaft gewann ich 1999 in der Jugendklasse im Cross-Country auf Anhieb den Titel, was mir den Sprung in die Deutsche Nationalmannschaft ermöglichte. Das war der Beginn meiner internationalen Karriere als Mountainbikerennfahrerin. Große Erfolge ließen nicht lange auf sich warten, so z.B. der 9. Platz bei der WM 2002 in Kaprun in meinem ersten Jahr als Elitefahrerin. Bereits als 21-jährige verpasste ich die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Athen nur knapp. Grund war eine langwierige Achillessehenentzündung zu Saisonbeginn, weshalb ich die Qualifikationsnorm etwas zu spät erfüllte.

Trotz der großen Erfolge wollte ich nicht voll auf die Karte Sport setzen. Ich war mir dessen bewusst, dass es ein Leben nach der sportlichen Karriere geben wird, welches spätestens im Alter von etwa 40 Jahren unweigerlich kommen würde. Deshalb bin ich sehr dankbar, dass ich am Gymnasium Isny durch das Isnyer Modell gefördert wurde und so Schule und Sport optimal verbinden konnte. Das ermöglichte mir, die Schule 2003 mit einem guten Abitur abzuschließen. Im Oktober 2004 begann ich dann ein Medizinstudium und zog hierfür nach Freiburg. In der Umgebung dieser idyllischen Stadt hatte und habe ich über das ganze Jahr optimale Trainingsbedingungen. Diesen habe ich neben der tollen Betreuung, die ich im Profiteam Multivan-Merida Biking Team von 2005-2008 erfahren habe, wohl auch meinen bisher größten Erfolg, den Weltcupsieg 2006 in Fort William, Schottland, zu verdanken.

Doch folgte dann eine Zeit, in der mir meine Doppelbelastung Studium und Sport dann doch irgendwann zu viel wurde. Hinzu kamen körperliche Probleme. Nach einigen Auf’s und Ab’s entschied ich mich dann nach der Saison 2009 dazu, den Wettkampfsport vorerst einzustellen und mich auf mein Studium zu konzentrieren. Dieses schloss ich dann 2012 mit dem Staatsexamen ab.

Inzwischen arbeite ich als Ärztin und mein Beruf bereitet mir sehr viel Freude. Doch habe ich auch die Freude am Mountainbikesport nicht verloren. Seit 2013 gehe ich meiner Leidenschaft Radsport wieder nach und bestreite wieder Wettkämpfe.

Mein Ziel ist es, den Anschluss an die Weltspitze wieder zu finden. Mit meiner Teilnahme an der WM in Norwegen ist mir in der Saison 2014 der erste Schritt in diese Richtung bereits gelungen. Die Doppelbelastung Vollzeitarbeit und Radsport haben jedoch schon bald ihre Spuren hinterlassen, sodass die vergangene Saison 2015 sportlich gesehen eher eine Saison zum abhaken war. Nach Reduktion meines Arbeitspensums bin ich nun jedoch wieder ins Gleichgewicht gekommen, sodass für 2016 sportlich gesehen die Weichen wieder in die richtige Richtung gestellt sein sollten. Toll wäre es, mich für die Olympischen Spiele 2016 in Brasilien zu qualifizieren.

Doch so schön der Sport auch ist und so viele tolle Möglichkeiten er einem auch bieten mag, ist es mir immer wichtig ein Leben neben dem Sport und einen richtigen Beruf zu haben. Mein Anliegen ist es, junge Sportler darauf aufmerksam zu machen, dass sie sich frühzeitig ein zweites, also berufliches Standbein neben dem Sport aufbauen sollten. Auch wenn eine duale Karriere der anstrengendere Weg ist, zahlt sie sich langfristig aus. Und sie vermeidet eine vollkommene Abhängigkeit vom Sport und von Leistung.

Ich freue mich schon auf die olympische Saison 2016 und bin gespannt was sie bringen wird. Meinem sportlichen Motto möchte ich zumindest treu bleiben: „Der Weg ist das Ziel“.  Das bedeutet für mich: Freude am Sport haben! Denn Erfolg ist nicht alles.

Viele Grüße aus Freiburg

Eure

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