Voller Vorfreude auf den Nachwuchs

Während die Cross-Country-Pilotinnen und -Piloten in den letzten Wochen und Monaten der Saisonvorbereitung gewidmet haben, steuere ich während der letzten Monate auf ein ganz anderes Ziel hin, nämlich der Geburt unseres ersten Kindes. Nun sind es noch ca. 2 Wochen bis zum errechneten Termin und mein Mann Oli und ich sind schon voller Vorfreude auf das Baby und die damit einhergehenden Veränderungen in unserem Leben. Ich hatte bisher eine wirklich gute und beschwerdefreie Schwangerschaft, sodass ich bis auf kleine Einschränkungen durch den größer werdenden Bauch fast alles ganz normal machen konnte. Obwohl ich meine Rennsportaktivitäten nun erst mal eingestellt habe, konnte ich auf ein bisschen sporteln natürlich auch nicht verzichten. Im Winter war ich ein bisschen langlaufen. Nun genieße ich gerade in meinem Mutterschutz die eine oder andere kleine Radltour im Dreisamtal durch den wunderschönen Frühling. Nach all den Jahren mit der Doppelbelastung Studium bzw. Arbeiten und Rennen fahren tut es gerade richtig gut, einfach mal viel Zeit und Ruhe zu haben und einfach so in den Tag reinzuleben. Wer weiß, wie lange das nun noch möglich sein wird :-). Wir können es zumindest kaum erwarten, bis das Kleine endlich da ist :-).

Timeout bevor es wieder los geht- DM ohne mich

Was soll man da sagen?! Irgendwie soll es wohl nicht mehr sein, dass ich an den Start geh. Man kann es Schicksal oder Fügung nennen, wie auch immer- bei der DM werde ich nicht am Start stehen. Grund ist, dass ich am Donnerstagmorgen auf dem Weg zur Arbeit mit dem Stadtrad gestürzt bin. Ich fuhr über eine vom Regen mit Blättermatsch bedeckten Straße auf eine schon trockene, bog dann in einen Kreisverkehr ein und plötzlich rutschte mir das Vorderrad weg- zack, lag ich auf der Straße. Der Reifen muss wohl seitlich noch feucht gewesen sein. Naja, Ende vom Lied sind ein paar Schürfwunden und, wer’s glaubt oder nicht- eine Verletzung am Daumen. Zur Abwechslung diesmal der rechte. Zum Glück diesmal nicht ausgekugelt, aber doch ordentlich gestaucht samt Kapselverletzung, denn er wurde unmittelbar dick und schmerzt. Mit so einem Daumen ein Mountainbikerennen zu bestreiten wäre auf jeden Fall unvernünftig. Wenigstens ist der linke Daumen wieder voll einsatzfähig, sonst sähe ich jetzt ganz schön alt aus. Man glaubt gar nicht für was man den Daumen im Alltag so alles braucht. Nun ja, es wäre natürlich schön gewesen an der DM, welche wohl ohnehin meine letzte gewesen wäre, dabei zu sein. Aber das Leben hat noch so viele andere schöne Dinge zu bieten, sodass ich es auch gut akzeptieren kann am Wochenende daheim zu bleiben.

Auf jeden Fall wünsche ich meinen Teamkollegen und allen Startern der DM viel Spaß und Erfolg am Wochenende und dem Organisationsteam eine gelungene Veranstaltung!

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All inklusive

Während meiner Verletzungspause war das Wetter ja nicht gerade sommerlich, um es mal gelinde auszudrücken. Somit blieb es mir schön erspart, bei dem Wetter trainieren zu müssen. Doch pünktlich zu meinem Trainingsstart vor 3 Wochen wurde das Wetter schön :-). So konnte ich an den letzten Wochenenden und letzte Woche, als ich Urlaub hatte, einige wunderschöne Radtouren drehen. Es war total erfrischend, einfach mal das Radfahren zu genießen ohne ein gezieltes Training zu machen oder ein konkretes Wettkampfziel zu haben. Und es ist immer wieder schön zu merken, dass ich hier in Freiburg wirklich in einer der schönsten Regionen zum Radfahren wohne. Sowohl der Kaiserstuhl als auch der Schwarzwald sind einfach immer wieder ein Erlebnis.

Ursprünglich hatte ich den Weltcup in Lenzerheide auf dem Plan und hatte deshalb auch schon Urlaub eingereicht. Doch obwohl ich den Weltcup nicht gefahren bin, bin ich dann trotzdem für ein paar Tage dorthin gereist, da mein Mann Oli die Norweger dort betreut hat. Somit hatten wir noch eine schöne Zeit dort oben. Neben einer Rennradtour über den Albulapass konnte ich es natürlich auch nicht lassen zwei Runden auf dem tollen Weltcupkurs in Lenzerheide zu drehn :-). Das Geländetraining diente dann auch gleich als Bewährungsprobe für meinen Daumen. Und diese fiel positiv aus- somit werde ich kommenden Sonntag nach 7 Wochen Wettkampfpause bei der DM in Wombach am Start stehen. Da freue ich mich schon drauf!

Meinen Urlaub habe ich dann gestern noch mit einer wunderschönen Tour von Lenzerheide nach Bregenz beendet, wo ich mich noch mit meiner Familie getroffen habe und in den See gesprungen bin. Somit habe ich alles mitgenommen, was man in den letzten Tagen mitnehmen konnte :-). Danke an meinen Schatz, der nach dem Weltcup noch einen Umweg in Kauf genommen hat, um mich mit dem Auto am Bodensee abzuholen 🙂 !

Nun heißt es, diese Woche nach der Arbeit so gut es geht die Beine hochlegen, damit ich  die Radkilometer gut verdaue und wieder frisch für die DM bin.

Alternativprogramm Nr. 2, aber- „on the road again“☺

Seit meinem Sturz in La Bresse sind inzwischen schon 3 Wochen vergangen und da ich durch meine Verletzungen doch ganz schön eingeschränkt war, musste und muss ich mich mal wieder einem Alternativprogramm widmen. Auch wenn ich den Sturz eigentlich gar nicht als so dramatisch empfunden habe, hat mein Knie wohl doch einen ordentlichen Schlag abbekommen. Denn neben der Schnittwunde am Knie hat sich am Kopf des Schien- und Wadenbeins noch ein Knochenmarködem entwickelt. Das hat mir im Nachhinein noch ordentliche Schmerzen und eine Bewegungseinschränkung beschert, sodass an Training erst mal überhaupt nicht zu denken war. Nun ja, aber nach etwa 10 Tagen kompletter Pause konnte ich zumindest ein bisschen locker auf der Straße rollen gehen- und Dank Bestückung des Lenkers mit einer Rohrisolierung konnte die linke Hand mit lädiertem Daumen dann auch schön auf dem Lenker Platz nehmen.

Anfang der Woche durfte ich die Daumenorthese nun endgültig abnehmen und der Daumen macht sich erfreulicherweise recht gut. Nun werde ich mit lockerem Grundlagentraining auf der Straße anfangen und sehn wie sich alles entwickelt. Zunächst werde ich mir kein festes Ziel als Wiedereinstieg ins Renngeschehen stecken. Vielleicht klappt es ja, bei der DM in Wombach in vier Wochen wieder am Start zu stehen. Doch das wird davon abhängen, ab wann der Daumen wieder Training und einen Wettkampf im Gelände zulässt. Denn viel wichtiger ist mir, dass der Daumen noch gut ausheilt und im Alltag und Beruf 100% funktioniert. Und Gitarre möchte ich auch mein Leben lang noch unbeschwert spielen können:-).

Weltcup #3 La Bresse (F)

Zuerst mal die positiven Seiten des Wochenendes: Der Rennkurs im heimatnahen La Bresse war wirklich einzigartig. Ein langer Anstieg und dann ein langer, natürlich angelegter Downhill mit vielen technischen Passagen über Wurzeln und Steine. Durch den Regenguss in der Nacht vor dem Rennen ist er zwar nochmals schwerer und tückischer geworden als ohnehin schon, doch insgesamt ein Cross-Countrykurs für’s Bilderbuch. Dazu noch die enthusiastische Menge an Zuschauern, die einen schon beim Training angefeuert hat- ein richtiges Mountainbikeerlebnis. Schade nur, dass ich im Moment nicht wirklich in Form bin und auch nicht wirklich einen guten Tag erwischt habe, sodass der Spaßfaktor auf dem Kurs nicht ganz so groß war. Wenigstens ging es aber schon wieder besser als in Albstadt, zumindest fühlte ich mich von Runde zu Runde besser. Deshalb machte es schon Sinn an den Start zu gehn, da ich die Wettkampfbelastung auch brauche. Mein Ziel war es, zumindest nicht überrundet zu werden. Doch als ich wieder um Platz 60 rumeierte und bei der Zieldurchfahrt jeweils die Rückstände nach vorne sah, rechnete ich eigentlich damit, dass ich nach der 4. von 5 Runden aus dem Rennen genommen werde. Doch so langsam war ich wohl dann doch nicht, denn ich wurde dann doch noch für eine 5. Runde durchgewunken. Zum einen ja positiv, da die vierte Runde eigentlich ganz gut lief und ich mich auch in den Downhills sicher fühlte. Doch irgendwie hatte ich ein bisschen Bedenken. Trotzdem entschloss ich mich, meine letzten Kräfte und Konzentration nochmal zu mobilisieren und das Rennen zu beenden. Das wäre mir auch fast gelungen, wäre ich nicht im letzten Teil des Downhills in einer schlammigen Steinabfahrt hängen geblieben und gestürzt. Zunächst wollte ich gleich aufstehen und weiterfahren, doch bemerkte ich dann, dass die Schmerzen in meiner linken Hand daher rührten, dass mein Daumen zur Handinnenfläche hin luxiert war. So war nichts mit weiterfahren, aber ich wollte zumindest noch die letzten ca. 800m ins Ziel rennen. Doch nach ein paar Metern bekam ich so Kreislaufprobleme, dass ich mich lieber an den Streckenrand gesetzt habe. Damit war das Rennen dann endgültig beendet. Doch kommen wir damit wieder zu positiven Aspekten des Tages, da mich viele hilfsbereite und kompetente Leute versorgt haben. Danke an Andi Günther, der gleich bei mir war, danke an den jungen Mann, der zur Hilfe kam und Übersetzungshilfe anbot. Großes Lob und herzlichen Dank an den Rennarzt, der es doch glatt ohne große Schmerzen und auf Anhieb hinbekommen hat, den Daumen zu reponieren. Da war ich erst mal überglücklich und erleichtert. Zurück in Freiburg ließ ich mich noch in der Notaufnahme weiterversorgen (Danke an die kompetenten und netten Kolleginnen und Kollegen!). Das Ende vom Lied: Schnittwunde am linken Knie mit 6 Stichen genäht, das Daumengelenk Gott sei Dank samt Bändern intakt. Doch nun trotzdem mindestens 3 Wochen Immobilisation des Daumens, zunächst 1 Woche mit Unterarmgips. Somit erst mal wieder Trainingspause. Und auf der Arbeit fall ich auch erst mal für ne Woche aus. Nun ist erst mal Zeit zu überdenken wie und ob die Saison noch weitergehen soll. Aber ich denke das wird sich zeigen. Doch eigentlich ist mir die Lust am biken deshalb noch nicht vergangen…

Weltcup #2 Albstadt

Da mir die Strecke in Albstadt vom Profil her sehr liegt, hatte ich mir schon vorgenommen ein gutes Rennen abzuliefern. Mehr oder weniger aus der letzten Reihe startend war für mich auch die Starphase recht entscheidend, da man unter Umständen auch erst mal im Stau stehen kann. Doch die neue Startloop im Bullentäle hat sich meiner Meinung nach ausgezahlt, zumindest bin ich ohne längeres Warten recht flüssig durch die Starphase gekommen. Die erste Runde beendete ich trotzdem nur auf ca. dem 60 Platz. Schon in dieser Phase des Rennens merkte ich, dass ich wohl heute auch nicht groß werde nach vorne fahren können. Ich versuchte trotzdem dran zu bleiben und das beste aus dem Rennen zu machen, was mir heute vor allem in den Downhills recht gut gelang. Ich hatte Spaß, fühlte mich sicher und kam recht flüssig runter. Nur meine eigentliche Stärke am Berg konnte ich heute gar nicht ausspielen. Doch nach den letzten 4 Wochen, in denen ich auch keine Rennen gefahren bin muss man realistischerweise auch einsehen, dass es ganz so einfach eben auch nicht ist. Zumal man sich ja gegen die Weltelite misst. Am Ende reichte es noch zu einem 61. Platz. Naja, auf jeden Fall habe ich mich riesig über die vielen Leute gefreut, die mich trotz meiner hinteren Platzierung tatkräftig mit Anfeuern unterstützt haben- das hat mich wirklich sehr motiviert! Vielen Dank!!

Die anderen Deutschen Damen haben sich heute wesentlich besser präsentiert- 4 Deutsche unter den ersten 13! Besonders Lisa Brandau überraschte heute mit ihrem 7. Platz und holte sich dadurch auch die Olympia-Norm. Herzlichen Glückwunsch!

Albstadt2016

Abwechslungsreiches Alternativprogramm

Während sich der Großteil meiner Mitstreiterinnen beim Weltcup in Australien tummelte, musste ich mich nach zahlreichen Vorbehandlungen während des Winters Ende April noch einer Zahn-Kiefer OP unterziehen. Das waren noch die Nachwehen meines Trainingssturzes im Dezember 2008. Das bedeutete 1 Woche komplette Trainingspause. Theoretisch nicht lange, doch kommt man dadurch doch ganz schön aus dem Tritt. Bis zum letzten Rennen in Montichiari war es ja schon mal ganz gut gelaufen. Mit dem 10. Platz in Montichiari hatte ich mir immerhin eine halbe EM- und WM-Norm eingefahren. Doch berechtigte das leider noch nicht zu einem Start bei der EM. Naja, wenigstens haben die Dinge schön zusammengepasst. Denn am letzten Wochenende, als die EM stattfand, fühlte ich mich nach dem Neuaufbau auch noch nicht wirklich bereit zum Rennen fahren. Somit habe ich dann auch den eigentlich als Ersatzrennen gedachten Hegau-Bike-Marathon in Singen kurzerhand abgesagt. Stattdessen genoss ich ein schönes Alternativprogramm. Zunächst war ich beim 50-jährigen Jubiläum meines Gymnasiums in Isny eingeladen, um als ehemalige Schülerin des Isnyer Modells (ein Förderprogramm für Schüler, die Leistungssport betreiben) in einer Gesprächsrunde meine Erfahrungen mit dem Isnyer Modell auszutauschen. Es war wirklich ein schöner Abend und ich habe mich sehr gefreut, viele ehemalige Lehrer, meinen Klassenkameraden Maxi Mechler (ehemaliger Skispringer) und das neue „alte“ Schulgebäude wiedersehen zu dürfen:-).

Übers Wochenende blieb ich dann bei meinen Eltern im Allgäu und habe die Zeit mit meinen Geschwistern genossen. Statt des Marathons habe ich dann am Sonntag eine schöne Rennradtour an den Bodensee und durch das wunderschöne Allgäu gemacht. Die Landschaft ist einfach so inspirierend, dass die Zeit auf dem Rad vergeht wie im Flug. Das hat mal richtig gut getan und ich denke das war im Hinblick auf die Vorbereitung der weiteren Wettkampfsaison genau die richtige Entscheidung. Nun habe ich das Gefühl, dass wieder alles in die richtige Richtung läuft und ich hoffe, dass ich ab jetzt auch wirklich durchstarten kann. Bis zum nächsten Wettkampf, der gleich der Weltcup in Albstadt ist, ist es zwar nicht mehr lange, doch hoffe ich trotzdem, dort ein schönes Rennen abliefern zu können:-).

Trofeo Delcar Montichiari (HC)

Die Bilanz des kurzen, aber außerordentlich schönen Italien-Wettkampftrips: Superschönes Wetter, anstatt sinnflutartigen Regengüssen zu Hause in Freiburg, Multivan-Camping im Innenhof eines total gemütlichen alten Gasthauses, wo wir von Jacques und Anna perfekt verpflegt wurden (mille grazie!)- und das mitten in der Stadt, keine 100 m vom Start entfernt. 9 Kugeln italienische Eiscreme und eine Aufholjagd rund um das Schloss von Montichiari, die mich am Ende auf einen tollen 10. Platz katapultiert hat:-). Dafür gab’s dann noch 22 Weltranglistenpunkte.

Das war alles in allem ein wunderschönes Wochenende, das mir gezeigt hat dass es das auf jeden Fall noch Wert ist den ganzen Wettkampf-Aufwand zu betreiben:-).

Obendrein hatte ich eine sehr schöne Zeit mit den Norwegern und Schweden, die mein Mann Oli betreut hat. Vielen Dank dafür!

Bundesliga #1 Bad Säckingen

Die diesjährige KMC Bundesliga startete in Bad Säckingen gleich mit einem HC Rennen. Entsprechend hochkarätig war das Feld besetzt, es war fast schon ein Mini-Weltcup. Nichtsdestotrotz bin ich mit hohen Erwartungen ins Rennen gegangen, war es doch für mich mehr oder weniger ein Heimrennen.

Da es nach dem Start einen längeren Asphaltanstieg hinauf ging, war die Startphase für mich eigentlich optimal um gleich mal eine gute Position zu ergattern zu können. Doch den Start hab ich ziemlich vermasselt. Erst kam ich nicht schnell genug ins Pedal und dann gelang es mir nicht sehr gut mich durchs große Feld zu fräsen. Somit stand ich vor dem ersten Singletrail erst mal schön im Staugerangel. Doch als das überwunden war, fand ich immer besser ins Rennen. Nach der ersten Runde auf Platz 37 liegend konnte ich mich letztendlich noch auf Platz 27 vorarbeiten. Nicht gerade ein Glanzresultat, doch in der Gesamtschau doch irgendwo das was man erwarten konnte. Zumindest mit meiner Performance war ich sehr zufrieden. Ich hatte Spaß auf dem technischen Kurs und insgesamt hat sich das schon sehr nach Rennen fahren angefühlt. Somit läuft gerade alles in die richtige Richtung und es geht aufwärts. Nun freue ich mich schon auf nächstes Wochenende, wo ich in Montichiari (I) ein weiteres HC Rennen bestreiten werde.

Badsäckingen_Wegner

© Sönke Wegner